Wo alles begann…

Ich muss mich erneut entschuldigen, dass es sooo lange nun schon wieder gedauert hat, bis ich euch auf den neuesten Stand bringe. Ihr werdet verstehen, warum…

 
In der Hauptstadt von Costa Rica war ich 2 Tage, spazierte bisschen durch die Innenstadt und bummelte ein wenig. Naja, ich würde mal sagen man verpasst nichts, wenn man nicht dort gewesen ist. Städteliebhaber beurteilen es vielleicht etwas anders aber da ich sowieso die Großstädte eher nicht so sehr mag, zählt nun auch San José nicht zu meinen Highlights. Der Souveniermarkt war aber ganz nett, allerdings waren die Verkäufer sehr aufdringlich und quatschten mich von allen Seiten an „Möchtest du was kaufen? Brauchst du Souveniere für deine Freunde? Schau in meinen Shop, ich habe Schmuck und Figuren!“ Danke für die Aufklärung, ich sehe, was du an deinem Stand verkaufst, ich bin ja nicht doooof. Dafür hatte ich ein sehr nettes Hostel und habe mir natürlich auch das Deutschlandspiel nicht entgehen lassen.

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Weltmeisterschaft Deutschland gegen Ghana

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Souveniermarkt San José

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San José

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Graffiti 

Die restliche Zeit habe ich mich seelisch-moralischer Vorbereitung auf den 24.6.14 verbracht, wie auch schon einige Tage davor. Denn, naja, was soll ich sagen? Deutschland hat mich wieder! Ja, richtig gelesen. Ich bin von San José nach Hause geflogen. Da ich mich nach einigen Monaten des Reisens so an dieses Leben gewohnt habe, hatte ich ehrlich gesagt ein kleines „Tief“ mich mit Leib und Seele auf Deutschland freuen zu können (der Mensch ist wirklich ein Gewohnheitstier). Da ich mich aber freuen wollte, habe ich ungefähr die letzten 2 Wochen viel Zeit alleine verbracht, bin oft gelaufen, habe mich mit Souvenierkäufen für meine Lieben zu Hause beschäftigt und habe einfach sehr viel an Daheim gedacht und mir ein paar Pläne im Kopf geschmiedet die meine Zukunft betrafen. Und siehe da, ich konnte es letztendlich dann kaum noch erwarten.

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…. nach Hause

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Abflug – vorerst der letzte

Es war eine Überraschung für alle ausser meinen Freund, der holte mich am Flughafen in Frankfurt ab. Ein wenig früher als gedacht bin ich nun zurück in meiner Heimat, bei all meinen Lieben. Meine Familie war einigermaßen überrascht (ehrlich gesagt haben sie es ein bisschen geahnt, die Telepathie funktionierte einfach zu gut) und auch meine Freunde haben mich herzlich und mit großen Augen wieder begrüßt.

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„Willkommen daheim“ ein riessiges Bild erwartete mich in meiner Wohnung

Natürlich hätte ich noch ewig weiterziehen können, ich liebe das Reisen und es ist mittlerweile wirklich mein liebstes Hobby. Eigentlich dachte ich, dass meine „must-see-Liste“ nach dieser großen Tour kleiner wird, doch leider muss ich das Gegenteil feststellen… die Welt ist einfach soo groß und hat soo viel zu bieten, dass ich noch lange nicht fertig mit ihr bin 🙂 Aber trotzdem hatte ich 7 geniale Monate mit unglaublich vielen Erlebnissen und unzähligen Erfahrungen. Ich bin so unendlich dankbar für diese einmalige Chance meine eigene Weltreise machen zu können. Diese Reise prägt mich auf eine ganz besondere Art. Obwohl ich schon wusste, wie gut es mir hier in Deutschland geht, ist es mir doch in diesen 7 Monaten noch mal bewusster geworden. Was man nach so einer Zeit auch merkt ist, wer daheim hinter einem steht und auf wen man zählen kann.

Der Traum war groß und die 3 Jahre Vorbereitungszeit mit Organisation, Recherchen, Planung, Vorfreude aber auch Unsicherheiten haben mir die letzte Entscheidung nicht leicht gemacht: wirklich zu sagen „JA, ich mach´s“. Doch jetzt kann ich sagen, dass es die richtige Entscheidung war!

Nun werde ich versuchen mich daheim wieder einzuleben, zurechtzufinden und mit dem deutschen Alltag klar zu kommen. Ich möchte versuchen, einiges von meinen neu gewonnenen Erfahrungen in meinen Alltag einzubrigen z.B. sich nicht mehr so stressen zu lassen, mehr Zeit mit Freunden und Familie zu verbringen und das Leben einfach intensiv wahrzunehmen und zu genießen. Es kann so schnell gehen, dass ein Schicksalsschlag alles verändert und man dann denkt „ach, hätte ich doch nur…“. Also versuche ich getreu dem Motto YOLO (= you only live once – du lebst nur ein Mal) oder dem schönen Spruch „lebe jeden Tag als wäre es dein letzter“ mein Leben so zu gestalten, wie es mir gefällt und es Spaß macht. Denn jeder ist für sein eigenes Leben verantwortlich und hat es in der Hand, wie es aussehen soll. Wir deutsche haben irgendwie einen ganz eigenen „Lebensstil“, welcher für mich gar nicht so leicht zu beschreiben ist. Wir stehen irgendwie immer unter Dauerstrom, wollen so viel wie möglich arbeiten und Geld verdienen. Und genau damit verbringen wir die meiste Zeit unseres Lebens. Wenn wir dann frei haben sind wir meistens so kaputt, dass wir nur noch zum Relaxen auf der Couch fähig sind. Für Freunde, Familie, Hobbys und Sport ist oft nur am Wochenende Zeit, was dann allerdings auch wieder in „Freizeitstress“ ausarten kann, da man am liebsten alles auf einmal „abhaken“ würde. Und so verstreichen Tage für Tage, Wochen für Wochen und Jahre für Jahre. Mir ist bewusst, dass dieses „Konzept“ der Schlüssel für den Erfolg und den Reichtum Deutschlands ist, dennoch möchte ich für meine Zukunft versuchen, einen Mittelweg daraus zu finden. Mal sehen, ob es gelingt.
Leider musste ich schon schnell feststellen, dass mein Leben in Deutschland nicht so einfach und entspannt ist als mein Leben die letzten Monate.Schon einige Steine lagen mir auf dem Weg, die mich etwas ausbremsten. Ruck-zuck wurde ich aus meiner „Traumwelt“ gerissen und auf den Boden der Tatsachen gebracht. Naja, mir ist nun wieder bewusst, dass man nicht immer so ein einfaches Leben haben kann. Mein Optimismus habe ich allerdings glücklicherweise unterwegs nicht verloren und freue mich geradezu auf die kommenden Herausforderungen. Und es gibt ja auch gute Seiten!

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„Dschungel“ auf deutsch

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auch in der Heimat kann es wie im Urlaub sein

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zu Hause

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Sonnenuntergang auf badisch

Zum Schluss möchte ich euch noch eine kleine Zusammenfassung meiner Weltreise veröffentlichen (da mich diese Fakten selbst interessiert haben, möchte ich es auch euch nicht vorenthalten).

 
Zeiten:
Reisezeit gesamt: 204 Tage
Zeit im Flieger: 55,5 Stunden
Zeit im Zug: 30,5 Stunden
Zeit im Bus/Shuttle: 296,5 Stunden
Zeit in sonstigen Transportmittel (Tuk Tuk, Taxi, Boot, Jeep, LKW, etc.): Nicht nachvollziehbar
Längste Zeit an einem Ort: 4 Wochen in Playa del Carmen, Mexico
Kürzeste Zeit an einem Ort: 6 Stunden in San Pedro Sula, Honduras                    Zeitzonen: 6

Unterkünfte:
Anzahl Betten: 71

davon in….

  • Hostels: 51 (103 Nächte)
  • Doppelzimmer: 12 (32 Nächte)
  • Einzelzimmer: 1 (3 Nächte)
  • Bungalow: 3 (8 Nächte)
  • Gastfamilie: 1 (28 Nächte
  • Camps („Mobile Homes“): 3 (5 Nächte)

Sonstige Nächtigungsplätze:

  • Hängematte 2
  • Im Auto 1
  • Baumhaus 1
  • Am Bahnhof 1
  • In Bus, Flieger, Zug 11

Unterkünfte mit Bettwanzen: 4

Strecken (ungefähre Angaben):
Strecken im Flieger: 45770,02 km
Strecken im Bus: 13835,8 km
Strecken im Zug: 1495,42 km
Strecken auf dem Wasser: 994,73 km
Strecken Gesamt: 62095,97 km

Orte:
Länder: 15
Kontinente: 3 (mit Europa 4)
Hauptstädte: 10
Inseln: 17

Gepäck:
Backpack: 60 + 10 l – 12,8 kg (auf der Heimreise etwas mehr)
Handgepäck: 20 l – 4,5 kg
Schwerster Gegenstand: Netbook (1,6 kg)

Sonstiges:
Geschossene Fotos: 16303
Fotos von anderen: 2821
Beitrgäge im Blog: 21
Kommentare im Blog: 11
Gelesene Bücher: 4,5 (+ Reiseführer)
Lonely Planet Reiseführer: 3
Skype in die Heimat: 7 Mal
Verbrauchte Sonnencreme: 1 Flasche (ca 300 ml)
Verbrauchte Mosquitosprays: 4 Flaschen
Verbrauchte Zahnpastatuben: 3
Geschrottete Sonnenbrillen: 3
Verschlissene Kugelschreiber: 2
Verbrauchte Flip-Flops: 2 Paar
Gemietete Autos: 2
Gemietete Roller: 2
Geliehene Fahrräder: 3
Währungen: 16
Geldabhebungen: 34

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3,50 € – Flip Flops haben mich von Thailand bis Costa Rica getragen

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Mosquitospray – ein ständiger Begleiter

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Treue Begleiter: Reiseführer und Kamera

Kosten:
Flüge:                                                        2161,46 €
Ausrüstung:
Kamera und Zubehör                                  321,00 €
Netbook                                                       170,00 €
Rucksack (60 + 10 L)                                145, 00 €
Rucksack (20 L)                                           54,00 €
Klamotten und Waschzeug                          65,90 €
Leichte Sportschuhe                                    24,90 €
USB-Stick                                                     17,99 €
Sicherheit:
Hüftbeutel, Vorhängeschloss                        19,90 €
Nützliches:
Stirnlampe, Mosquitonetz, Kompass,
Schlafsackinley, Schutzsack für
Rucksack                                                      64,80 €

Reiseapotheke                                               55,00 €
Auslandsreisekrankenversicherung             280,00 €
Impfungen (Gelbfieber, Tollwut, Typhus)      270,82 €
Sprachschule + Gastfamilie                        976,00 €
Ausgaben unterwegs:                                                                                                                   Unterkünfte, Essen, Transport,

               Visa, Ausflüge, etc                      7589,97 €
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GESAMT                                                  12.216,74 €

 

Jap, so sieht´s aus. Es sieht auf den ersten Blick nach wirklich viel Geld aus (was es ja auch ist) aber trotzdem bin ich absolut zufrieden! Von einigem habe ich ja auch im Nachhinein noch etwas (komplette Ausrüstung und auch Impfungen). Auch die Ausgaben, die ich normal zu Hause ausgebe, könnte man verrechnen (Unkosten, Auto, Lebensmittel). Auch für die Flüge habe ich eigentlich mehr kalkuliert. Die Ausgaben unterwegs sind auch ok, hätte ich Neuseeland und Fiji ausgelassen wäre es noch mal um einiges weniger, diese Länder haben ganz schön reingehauen. Aber hat sich ja auch gelohnt. Und die Erfahrungen sind natürlich sowieso unbezahlbar!
Ich danke allen, die mit Interesse und Neugier meinen Blog verfolgt haben und fleissig mitgelesen haben. Ich hoffe, ich konnte vielleicht sogar dem ein oder anderen ein bisschen Lust auf´s Reisen machen. Falls ja, träumt nicht nur davon sondern lebt es! Es ist wirklich nicht schwer und für jeden machbar, der es wirklich will! Es gibt einen ganz schönen Spruch der besagt, dass Reisen das einzigste ist was man kauft, was einen reicher macht – und es stimmt! Natürlich nicht finanziell aber ist es nicht vielleicht sogar mehr wert, sich aufgrund von Erlebnissen und Erfahrungen weiterzuentwickeln, zu wachsen und seinen Horizont zu erweitern? Ich bin auch auf viele Reisende getroffen, die aufgrund ihrer Berufe intelligent zu sein scheinen, zum Beispiel Richter, Lehrer, Polizisten, Piloten und Ärzte. Das hat mich in meiner Meinung, dass Reisen so verkehrt nicht sein kann, nochmals bestärkt.

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Und natürlich danke ich auch allen, die zu Hause immer hinter mir standen und mich unterstützt haben. In erster Linie nochmals ein großes Danke an mein Praxisteam, die mich ehrenvoll vertreten haben und mir somit die Reise ermöglichten. Auch über Nachrichten von Freunden, Bekannten, Kollegen, Nachbarn und Verwandten habe ich mich immer gefreut, die sich nach mir erkundigten und mir zeigten, dass ich nicht vergessen werde. Sehr stolz bin ich auf die Beziehung mit meinem Freund: die lange Zeit der Trennung war nicht immer einfach und trotzdem haben wir es geschafft – Danke Liebling!! Und ich würde mal sagen die größte Rolle in diesem ganzen Projekt spielte meine Familie! Ihr standet absolut die komplette Zeit hinter mir obwohl ihr von meinem Plan nicht überzeugt wart. Ihr habt mir eine geniale Überraschungs-Abschiedsparty vor dem Abflug organisiert, ihr habt mir nützliche Geschenke gemacht und einen Glücksbringer mitgegeben, der mich auf meinem Weg beschützte, ihr habt ständig Zeit in Mails schreiben, Bilder schicken und Fotos aus meinem Onlinespeicher lokal zu sichern, investiert, ihr habt euch um meine Post und meine Pflanzen gekümmert und ihr habt euch um mich gesorgt und ab und zu auch gebangt, obwohl ich euch eigentlich keine Sorgen bereiten wollte. Ein großes, herzliches DANKESCHÖN an euch – ihr seid großartig!!!!

So, und nun ist alles vorbei – schön war´s 🙂 doch wie sagt man so schön: das Ende einer Reise bedeutet der Anfang einer neuen Reise….

Eure Weltenbummlerin Sonja

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Die Welt ist wie ein Buch – reist man nicht, sieht man nur eine Seite davon

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